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C.O. Paeffgen

C.O. Paeffgen wurde 1933 in Köln geboren. Das Jurastudium in Köln und Berlin beendet Paeffgen 1959 mit dem ersten juristischen Staatsexamen. Zehn Jahre später, 1970, beginnt er zu malen. Parallel dazu fängt der Künstler an, Fundobjekte mit Draht zusammenzufügen – eine Technik, die er bis in die Gegenwart verfolgt. Diesen „Umwicklungen“, die er oft sukzessive weiterbearbeitet, stehen seine „Umrandungen“ gegenüber. Sie bezeichnen nachgezogene Konturen von Zeitungsbildern, die auf Leinwand projiziert und überarbeitet werden. Dadurch das der Künstler wichtige Ereignisse aus der Presse wiederaufnimmt, sie aber fast bis zur Unkenntlichkeit bearbeitet und völlig aus dem Kontext reißt, hinterfragt er kritisch das Mediengeschehen und die Informationsflut, der die Gesellschaft heutzutage nicht mehr gerecht werden kann. Das im fototechnischen Blow-Up Verfahren auf die Leinwand geworfene Pressefoto wird in einem ersten Schritt durch seine Umrandungen verändert. Auch Gesichter und Mimik werden auf diese Weise in ein System von Punkten und Strichen übersetzt, so dass nur noch die wesentlichen Züge des ursprünglichen Pressefotos erhalten bleiben. Der Informationswert der einst wichtigen Meldung wird durch diesen Kunstgriff völlig eliminiert. So aus dem Kontext gerissen, kann nur noch der fachkundige Betrachter feststellen, um was für ein Ereignis es sich handelt. In den 80er Jahren erreicht Paeffgen mit diesen Arbeiten einen hohen Bekanntheitsgrad.
Jahrzehntelang sammelte Paeffgen Fundstücke des Alltags - Spielzeug, Kitsch, Souvenirs, Müllreste, Handwerkszeug - die er neu kombinierte und mit Draht verband. Das Umdrahten und Verschnüren verleiht dem Alltagsrepertoir nicht nur etwas Brutales, sondern ist Mittel zu dem Zweck, die Objekte von ihrer Gebrauchsfunktion zu lösen und in Konzentration auf Form, Material und Farbe in ein neues Strukturprinzip zu überführen. Bei aller berechtigten Vergleichbarkeit unterscheidet sich Paeffgen damit von den ready-mades eines Duchamp ebenso wie von den Combine Paintings eines Rauschenberg. Bei ihm treffen die Dinge auch weit weniger zufällig aufeinander als Regenschirm und Nähmaschine der Dadaisten. Seine Wurzeln im Zeitgeist der 60er und 70er sind ebenso unbestreitbar wie seine Auswirkung auf jüngere Künstlergenerationen wie Hans-Peter Feldmann oder Fischli/Weiss.

Erste Ausstellungsbeteiligungen finden bereits in den 70er Jahren statt, so z.B. 1970 in der Kunsthalle Köln und 1979 im Kunstverein Hamburg. Dazu gesellt sich eine beachtliche Reihe von Einzelausstellungen, die seit den siebziger Jahren nicht an Kontinuität eingebüßt hat. So ist Paeffgens Werk 1977 in der Galerie t’Venster in Rotterdam zu sehen, 1979 widmen das Kunstmuseum Düsseldorf und das Karl Ernst Osthaus Museum in Hagen Paeffgen eine Ausstellung, 1981 ist er im Bonner Kunstverein vertreten, 1986 bei Artinzing in München, 1992 in der Kölner Galerie Rudolf Zwirner und 1993 in der Kestner-Gesellschaft, Hannover. Auch das Museum Ludwig, das renommierte Museum für zeitgenössische Kunst in Paeffgens Heimatstadt Köln, zeigte seine Werke im Frühjahr 1999. Seit dem hat sich COP weitgehend aus dem Kunstbetrieb zurückgezogen.


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