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Johannes Hüppi - Museum Museum

27.03. - 19.05.2018
Eröffnung 26.03.2018, 19 - 21 Uhr




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Die subtile, gegenständliche, figurative Malerei von Johannes Hüppi (*1965 in Baden-Baden) besticht den Betrachter durch eine visuelle Bildsprache, die sich ungemein lustvoll zu ihren Bildphantasien bekennt. Die hier präsentierte Werkserie Museum Museum findet ihren Handlungsrahmen in Hüppis ganz persönlichem Musée imaginaire. In einer sinnlichen Präsenz von unantastbarer Unschuld durchziehen seine weiblichen Akte die geheimnisvolle Innenwelt musealer Interieurs und scheinen den Betrachter ins Reich der meisterwerklichen Narrativen zwischen Traum und Albtraum locken zu wollen. Was passiert, wenn Hüppis Nackte auf die Bilder stoßen, von denen sie ja genau gesehen alle herrühren?
Hand-Joachim Müller: "All diese vielen Badenden, denen die Maler jahrhundertelang in verschwiegenen Waldlichtungen aufgelauert haben, diese Wunschmädchen, wie Wagner gesagt hat, an denen der große Cézanne fast verzweifelt ist, die schamlosen Gespielinnen mit den Fischschwänzen und die schamhafte Frau Venus, all diese Nacktrollen mit den festgeschriebenen Drehbüchern, die die maskuline Kunstgeschichte kanonisiert hat - sie alle haben schon immer die Bewusstseinsimago bevölkert, aus der Johannes Hüppi sein eigenes Stück gewonnen hat. […]
Und just im Augenblick solcher Konfrontation, im seltsam widerständigen Verhältnis von Bühne und Kulisse wird anschaulich, was das Hüppi-Stück eigentlich meint. Nacktheit ist in diesem Werk - bei allen frechen Allusionen, die es sich gestattet - immer auch Beschäftigung mit der Geschichte der Malerei, mit ihrer männlichen Blickrichtung, mit den Freiheiten, die in der männlichen Blickrichtung liegen, und den Einschränkungen, die sie dafür zu zahlen hatte, mit dem, was zulässig ist und verboten bleibt, was gesehen werden darf und verschwiegen werden muss. Es ist diese grandiose Geschichte der Malerei, die in einem Akt kultureller Sublimation die belasteten Nacktbilder in Entlastungsbilder verwandelt hat, die das begehrende Auge davon befreien, sich immerzu mit seinem Begehren auseinandersetzen zu müssen und stets aufs Neue irritiert an die Unbotmäßigkeit seines Sehenwollens erinnert zu werden."
Johannes Hüppi studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf, war als Dozent an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig sowie an der Universidad de las Américas (UDLA) in Puebla in Mexico tätig. Seine Werke sind in diversen öffentlichen Sammlungen in Deutschland und der Schweiz vertreten.

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